Stadtwerke bleiben unverzichtbar für EnergieversorgungFunktionierender Wettbewerb nur mit unabhängigen StadtwerkenKassel. Auch die neuesten Gesetzespläne der Europäischen Union zum regulierten Netzzugang und zum Unbundling werden die Position der Stadtwerke nach Ansicht des Geschäftsführers des Kasseler Erdgasversorgers WINGAS GmbH, Dr. Gerhard König, nicht beeinträchtigen. „Die kommunalen Dienstleistungsunternehmen sind und bleiben ein wichtiges Glied in der Energielieferkette“, sagte König jetzt der Monatszeitschrift für Kommunalpolitik DEMO. Endverbraucher vertrauten dem Energieversorger, den sie schon seit Jahrzehnten kennen würden und der als Ansprechpartner auch direkt vor Ort sei. „Die Wertschätzung für den vorbildlichen „Rundum-Service“ der kommunalen Unternehmen zeigt sich allein schon darin, dass nur wenige Endkunden zu national oder international tätigen Unternehmen wechseln“, erklärte König. Als wichtige Voraussetzung für einen funktionierenden Wettbewerb – schließlich das Ziel der Liberalisierung – machte König in dem Interview mit dem Fachorgan der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in erster Linie unabhängige und starke Stadtwerke aus. „Echten Wettbewerb wird es nur mit einer Vielzahl von Marktteilnehmern geben“, sagte der WINGAS-Geschäftsführer. Doch eine starke Stellung der Stadtwerke basiere vor allem auf der Eigenständigkeit der Unternehmen. „Nur unabhängige Stadtwerke haben gute Chancen, im liberalisierten Markt ihre Positionen zu bewahren und gar auszubauen“, betonte König, „denn vor allem für kommunale Versorgungsunternehmen wird es immer wichtiger, flexibel auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können – doch dazu gehört unternehmerische Entscheidungsfreiheit.“ Dass diese im Falle einer strategischen Beteiligung eines Fern- oder Regionalversorgers an einem Stadtwerk gewahrt bleibt, bezweifelte König. „Natürlich mag ein Verkauf von Unternehmensteilen im Einzellfall betriebswirtschaftlich gerechtfertigt sein“, sagte der Geschäftsführer. Doch bringe dies für die Kommune meistens nur eine temporäre Entlastung – nicht zu vergessen sei zudem der schleichende Verlust des eigenen Know-how in vielen Kernbereichen und die Abgabe der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit an Dritte. „Jedes Stadtwerk in Deutschland hat nach der heutigen Rechtslage die Möglichkeit, ein Bezugsportfolio aus mindestens zwei Lieferanten aufzubauen und damit seine Position bei zukünftigen Verhandlungen entscheidend zu verbessern“, betonte Dr. Gerhard König. So könne das Stadtwerk bessere Vertragsbedingungen aushandeln und einen entsprechenden sowie messbaren Beitrag zur Sicherung seines kommunalen Standortes leisten. „Denn das Thema „Energie“ wird sich für die Kommunen immer mehr zu einem wichtigen Standortfaktor im Wettbewerb um lukrative Gewerbeansiedlungen entwickeln“, ist sich König sicher. Weitere Informationen unter www.demo-online.de Dr. Gerhard König ist Mitglied der Geschäftsführung der WINGAS GmbH und leitet den Geschäftsbereich Vertrieb Deutschland. WINGAS ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Wintershall AG (65 %) und der russischen OAO Gazprom (35 %). Seit 1990 sind die beiden Partner gemeinsam in der Gasversorgung tätig und liefern über ihr inzwischen mehr als 2.000 Kilometer langes Leitungsnetz Erdgas an Stadtwerke, größere Industriebetriebe und regionale Gasversorgungsunternehmen in Deutschland und Europa. Wintershall und Gazprom haben bis heute mehr als 2,7 Milliarden Euro in den Aufbau des WINGAS-Erdgasleitungssystems investiert. Das Pipelinenetz verbindet die großen Gasreserven Sibiriens mit den wachsenden Absatzmärkten Westeuropas und ermöglicht WINGAS außerdem den Zugang zu den sich weiter entwickelnden europäischen Spotmärkten. Mit dem Erdgasspeicher Rehden, der ein Arbeitsgasvolumen von über vier Milliarden Kubikmetern besitzt, verfügt WINGAS über rund ein Fünftel der gesamten in Deutschland vorhandenen Speicherkapazität. Der Erdgasspeicher Rehden ist der größte Erdgasspeicher Westeuropas. WINGAS. Gemeinsam mehr Energie. |
PI-04-10 - 27.09.2004Kontakt
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