Erdgasspeicher Jemgum: Unternehmen beantragen die Verlegung der Soleeinleitstelle direkt an die Nordseeküste an den Rysumer NackenJemgum. 17. Dezember 2008. Die Einleitstelle für die bei der Errichtung des Erdgaskavernenspeichers Jemgum entstehende Sole soll von Ditzum an der Ems direkt an die Nordseeküste verlegt werden. Wie die beiden Unternehmen EWE und WINGAS, die das Projekt in Kooperation umsetzen, jetzt mitteilten, wurden die entsprechenden Unterlagen beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld eingereicht. Nach erteilter Genehmigung würden die beiden Unternehmen dann die Sole direkt in die Nordsee einleiten. „Das hat große Vorteile, da wir so die Beeinträchtigung der Natur minimieren und sogar teilweise auf bereits bestehende Rohrleitungen zurückgreifen können", sagt Arkadius Binia, Projektleiter der WINGAS. „Wir berücksichtigen damit wichtige regionale und landespolitische Entwicklungsziele", so Binia weiter.„Wir hoffen, dass bereits im Herbst 2009 die erste Sole bei Rysum eingeleitet werden kann“, erklärt André Fisse, der das Projekt für EWE leitet. „Wenn möglich, wollen wir die Sole ausschließlich am Rysumer Nacken einleiten und nicht wie ursprünglich geplant nahe Ditzum“, ergänzt Fisse. Eine Einleitgenehmigung für den Bereich des Rysumer Nackens wird im ersten Halbjahr 2009 erwartet. „In Ditzum werden wir nur dann einleiten, wenn sich die Genehmigung für Rysum verzögert“, erläutert WINGAS-Projektleiter Binia. Die bisherigen Arbeiten an der Errichtung der Erdgaskavernen gehen weiter voran. EWE wird mit dem Bau des ersten von fünf EWE-Kavernenplätzen in Kürze beginnen. Von diesen Plätzen aus wird der unterirdische Salzstock zunächst angebohrt und dann ausgespült beziehungsweise gesolt wie Fachleute diesen Prozess nennen. Dafür wird Wasser aus der Ems entnommen und in den Salzstock gepumpt, das Salz löst sich dadurch und es entsteht ein Hohlraum, eine so genannte Kaverne. Um eine Kaverne zu erstellen, ist ein Solprozess von ungefähr drei Jahren Dauer erforderlich. WINGAS wird im ersten Quartal 2009 die Arbeiten an den gemeinschaftlichen Wasserentnahmeeinrichtungen in der Ems bei Jemgum beenden und bis dahin fast 30 Kilometer so genannter Feld- und Verbindungsleitungen zwischen den künftigen Anlagen und den eigentlichen Kavernen verlegt haben. Anschließend wird der erste Bohr- und Sammelplatz südlich von Jemgum hergerichtet, von dem aus die ersten sechs Kavernen abgeteuft werden sollen. Das Umspannwerk, das zukünftig die Stromversorgung der Gasspeicherstandorte sicherstellt soll noch in dieser Woche in den Testbetrieb gehen. EWE und WINGAS wollen in den nächsten Jahren insgesamt 33 Kavernen im Salzstock Jemgum errichten. EWE plant, 15 Kavernen mit einem Volumen von jeweils bis zu 700.000 Kubikmeter zu bauen. WINGAS wird zunächst 18 Kavernen mit einem geometrischen Volumen von bis zu 750.000 Kubikmeter realisieren. Die beiden Speicher werden zusammen entwickelt, nach Fertigstellung jedoch unabhängig von beiden Unternehmen betrieben. Bis etwa 2011 will EWE zunächst fünf und WINGAS sechs Kavernen fertig stellen. In Jemgum soll einer der größten Erdgaskavernenspeicher in Deutschland entstehen. Die WINGAS GmbH & Co. KG ist als europäisches Energieunternehmen im Erdgas-Handel und -Vertrieb an Kunden in Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Österreich, der Tschechischen Republik und Dänemark aktiv. Zu den Kunden gehören Stadtwerke, regionale Gasversorger, Industriebetriebe und Kraftwerke. In den Aufbau einer Erdgastransport- und Speicherinfrastruktur hat das Unternehmen seit 1990 mehr als 3 Milliarden Euro investiert. Das über 2.000 Kilometer lange Leitungsnetz der WINGAS TRANSPORT verbindet die großen Gasreserven Sibiriens und die Erdgasquellen in der Nordsee mit den wachsenden Absatzmärkten in Westeuropa. Im norddeutschen Rehden verfügt WINGAS über den größten Erdgasspeicher Westeuropas – mit einem Volumen von über vier Milliarden Kubikmetern Arbeitsgas – und ist am zweitgrößten Speicher Mitteleuropas in Haidach, Österreich, beteiligt. Zur sicheren Versorgung Europas mit Erdgas entstehen derzeit weitere Erdgasspeicher in Großbritannien und Deutschland. EWE mit Hauptsitz in Oldenburg ist eines der größten Energieunternehmen in Deutschland. Das Leistungsspektrum des Konzerns umfasst Strom-, Gas- und Wasserversorgung, Energie- und Umwelttechnik, Gastransport und -handel sowie Telekommunikation und Informationstechnologie. Damit bietet EWE klassische und innovative Dienstleistungen aus einer Hand. Die Netz-Infrastruktur von EWE zeichnet sich aus durch hohe technische Qualität, Versorgungssicherheit und wirtschaftlich effizienten Betrieb. Frühzeitig hat EWE seine Kernkompetenzen zum Betreiben komplexer Netze und sein umfassendes Know-how an Fernwirk- und Regeltechnik zu einem zukunftsorientierten Multi-Service-Angebot ausgebaut. Über das angestammte Geschäftsgebiet in Norddeutschland hinaus ist EWE auch in den neuen Bundesländern, Polen und in der Türkei erfolgreich tätig. Der EWE-Konzern beschäftigte Ende 2007 rund 4.700 Mitarbeiter und setzte 4,7 Mrd. Euro um. Weitere Informationen unter: www.ewe.de.
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